Sonntag, 23. Mai 2010

How to lose a bottle of Coke- twice (Goa 5.5.- 7.5.)

Die Hinfahrt

Nachdem M. und ich uns beim Abendessen in Gandhinagar beide am gleichen Schieberiegel die gleiche Stelle des Zeigefingers geklemmt haben beobachteten wir die Beladung des Busses.



(Auf dem Kopf...)

Irgendwann wurde der Bus dann auch mit den Passagieren beladen und fuhr los. Wieder einmal eine 14-stuendige Fahrt nach Goa... Kaum hatten wir nach ca. 1,5 Stunden die Stadtgrenzen Bangalores verlassen, machten wir erstaunlicherweise den ersten Toilettenstopp, eine 20 minuetige Pause. Offenbar hatten unsere 3 Busbegleiter noch nicht zu abend gegessen. Dann ging es weiter. Ich bin inzwischen an das Schlafen im Bus gewoehnt und schlief daher recht schnell ein, zudem ist das Reisen in den Schlafbussen bedeutend bequemer als in den Zuegen. Mit denen hatten wir ja nun die letzten 2 Naechte so unsere Erfahrungen gemacht. Trotz aller Bequemlichkeit kam ca. 4Std nach dem ersten Toilettenstopp doch langsam das Gefuehl auf, dass eine erneute Toilettenpause irgendwie angemessen waere. Laut M.s Aussage hatte der Bus kurz vorher, ohne den Passagieren Bescheid zu sagen einmal ganz kurz gehalten- einer der Busbegleiter musste mal an den Strassenrand. Die Passagiere hatten sie entweder vergessen, oder es fuer zu laestig befunden laenger als 15 Sekunden zu halten. Nachdem ich eine Std lang wach lag und nichts passierte ging ich nach vorne und fragte nach. Die 3 Busbegleiter guckten bei meinem Auftauchen so verdattert, dass wir kurzzeitig das Gefuehl hatten, sie haetten tatsaechlich vergessen auch Passagiere an Bord zu haben. Sie sagten zu eine Pause in naeherer Zukunft einzulegen und ich legte mich wieder hin und wartete. Eine weitere Stunde lang passierte nichts. Irgendwann fragte dann ein anderer Mitreisender nach- wir lagen recht weit vorne und konnten das Gespraech belauschen. Ihm wurde dann gesagt, dass der Bus am Strassenrand anhalten wuerde- er solle dann schnell ins Gebuesch gehen. Irgendwie war ich irritiert und fragte ebenfalls noch einmal nach. Wieder erntete ich verdatterte Blicke- und mir wurde nach einigen Diskussionen auf Kannada angeboten ebenfalls den Strassenrand zu nutzen- die naechste echte Toilette wuerde erst nach 2,5 Std auftauchen. Dieser Stopp am Strassenrand wurde dann von so ziemlich allen Passagieren genutzt- irgendwie zum Unmut der Busbegleiter. Endlich konnten wir in Ruhe weiter schlafen. Weitere 3 Std spaeter, so gegen 4 Uhr morgens ging ploetzlich das Licht an, der Bus hielt, die Tuer zum Fahrerhaus flog auf und eine Stimme bruellte: „Hey.“ 10 Sekunden spaeter fuhr der Bus wieder an.... Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube das sollte heissen: „Hier ist jetzt wieder eine Toilettenpause, wer raus muss, sollte innerhalb von 5 Sekunden aufwachen, seine Schuhe anziehen und den Bus verlassen. Wer das nicht tut- Pech gehabt.“ Auf diese Pause verzichteten alle Passagiere, obwohl ich der Ueberzeugung bin, dass das an dem etwas knappen Zeitmanagement lag...
(Ich muss zur Verteidigung dieses Busunternehmens sagen, dass ich schon sehr oft mit denen gefahren bin und es solche Probleme nie vorher gegeben hat!)

Aber wir kamen dann irgendwann gegen 8 Uhr morgens in Panjim an und hatten wieder festen Boden unter den Fuessen und den unglaublichen Luxus, unsere Pausen selber waehlen zu koennen.
Wir fuhren mit dem oeffentlichen Bus weiter nach Mapusa, von wo aus wir dann an den Strand unserer Wahl, nach Anjuna fahren wollten. In Mapusa, bei inzwischen deutlich ueber 35 Grad kauften wir jeder einige Getraenke. Die folgende Fahrt war dann mal wieder aus preistechnischer Sicht hochinteressant- waehrend alle Einheimischen fuer die Fahrt 5 Rupien zahlen mussten hiess es bei uns ganz selbstverstaendlich „20 each“. Nun, ich schaetze es waren Gepaeck und Camera fee mitenthalten. Zu k.o. zum diskutieren (was eh voellig fruchtlos gewesen waere) zahlten wir also brav den 4 fachen Preis pro Person und ergeben uns in unser Schicksal. Wir sind halt Touristen... Nach der Ankunft in Anjuna waren wir schon wieder voellig kaputt und wollten nur noch moeglichst schnell eine Unterkunft finden und den Luxus einer Dusche in Anspruch nehmen. Waehrend wir noch etwas ratlos herumstanden und uns langsam auf den Weg zum Strand machten um die Huetten zu suchen, kam ein etwa 10 jaehriger Junge auf M. zu und zeigte auf ihre halbleer getrunkene, inzwischen piewarme Cola. Wir beide dachten, er wolle Geld fuer eine Cola haben- irgendwie war das naheliegend. Er kam dann aber, als M. noch anfing nach ihrem Geld zu kramen auf sie zu, nahm ihr die Flasche aus der Hand und zog seines Weges... Leicht verwirrt schauten wir ihm hinterher, zuckten mit den Achseln und machten uns dann endlich auf den Weg eine Unterkunft zu finden. Nach einer weiteren Fahrt mit einer Riksha, die natuerlich wieder ausgeprochen guenstig war (*hust) fanden wir dann eine super Unterkunft und konnten endlich anfangen zu relaxen.

Goa

Goa war, wie Goa sein soll :-) Ausser sitzen in der Meeresbrise im Schatten, dem Schwimmen im Ozean, lesen, essen, dem Trinken der einen oder anderen Kokosnuss, dem Faulenzen auf den Strandliegen und einem bisschen wandern haben wir in den zweieinhalb Tagen nicht allzu viel unternommen.... Die Strandhunde waren anhaenglich und lieb, die Leute entspannt, die Unterkunft guenstig, sauber und wirklich gut. Hach, ich mag Goa wirklich :-)








Die Rueckfahrt

Freitag brachen wir gegen Mittag auf um unseren Schlafbus in Panjim zu erwischen. Zunaechst ging es wieder nach Mapusa, und von dort aus mit einem voellig ueberfuellten Bus nach Panjim. Der Bus war so voll, dass unsere kleinen Rucksaecke in den „Kofferraum“, eine staubige Ablage im Heck des Busses verstaut werden mussten und wir uns mit einigen Frauen auf die Kante zum Fahrerhaus hocken mussten. Nach einer sehr warmen und dadurch anstrengenden, aber dafuer Non-Stop-Fahrt erreichten wir Panjim und suchten ersteinmal ein klimatisiertes Restaurant auf, um uns ein wenig auf noemale Temperaturen abzukuehlen. Dort bestellten wir unter anderem einen vegetarischen Cheeseburger...



(Der merkwuerdigste "Burger" meines Lebens...)

Danach machten uns auf den Weg zur Touristensammelstelle, um auf den Schlafbus zu warten. Wir hatten noch recht viel Zeit und suchten daher einen ruhigen Schattenplatz. Waehrend wir schon wieder voellig erledigt durch die Gegend liefen um einen Park oder aehnliches aufzutreiben, kam eine aeltere Bettlerin auf M. zu, peilte die Colaflasche an die M. in der Hand hielt, nahm ihr diese aus der Hand und verschwand. Unfassbar- haette sie um Geld gebeten, haette sie bestimmt welches bekommen, aber dieser Colaklau fand dermassen unerwartet, professionell und selbstverstaendlich statt, das keine wirkliche Reaktion erfolgen konnte. M. und ich teilten uns dann meine Flasche....
Herrscht in Goa Colamangel?
Nach einer Pause im Park konnten wir dann endlich in den Bus steigen und hofften irgendwie, dass die Busbegleiter dieses Mal mitbekommen, dass Passagiere an Bord sind und das diese eventuell auch mal eine Toilette benoetigen... Das war dieses Mal ueberhaupt kein Problem, wir machten regelmaessige Pausen, lagen gut im Zeitplan und alles war so, wie es eigentlich auch sein sollte. Zumindest bis zu dem Moment, wo der Bus ploetzlich nicht mehr weiterfuhr- Panne. Oder soll das auch so sein? An den Motor der Reisebusse, der dieses mal betroffen schien (eher noch das Getriebe) kommt man heran, indem man einen Deckel oeffnet, der sich im Inneren des Busses befindet. Und somit standen wir 2 Stunden inmitten der Nacht irgendwo herum, waehrend einer der Busbegleiter in den kochend heissen Motorraum gekrabbelt war und auf Metall haemmerte, waehrend durch die Oeffenung die Motortemperaturen in das Innere des Busses zogen und uns langsam aber sicher roesteten. Ich bewundere das handwerkliche Geschick der Leute- nach 2 Stunden haemmern und dem Austausch eines Metallstuecks ging es weiter, wobei der Busfahrer beim Schalten 2 Gaenge auslassen musste. So etwas wie einen Pannendienst gibt es hier nicht, und ein Ersatzbus haette vermutlich aus Bangalore kommen muessen... Gut, dass die Jungs so geschickt sind :-)
Mit wie immer etwas Verspaetung (2 Std sind voellig im indischen Zeitrahmen) erreichten wir Bangalore am Samstag morgen und M. konnte ihre letzte Nacht in Indien wieder in einem sich nicht bewegenden und leisen Bett schlafen.

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