Die Notwendigkeit der Busse ergibt sich daraus, dass eine Strecke von 350 km, wie von Bangalore nach Hampi wegen des Verkehrs und der schlechten Strassen auf 7-8 Stunden angesetzt wird. Das Problem ist, dass diese Zeit tasaechlich auch benoetigt wird! Die 450 km bis nach Goa werden mit sage und schreibe 14 Stunden angesetzt... Das kann ja heiter werden, da wollte ich naemlich auch noch hin.
Meine Liege mit Vorhang zum Gang hin und einem kleinen Fach fuer die Schuhe war relativ beengt, da ich auch noch einen Rucksack dabei hatte- wir waren schliesslich einige Tage unterwegs. Woran ich gedacht hatte war ‚BYOTP‘- bring your own toilet paper, woran ich nicht gedacht hatte war eine Decke.
Das erstere wird nicht nur benoetigt, weil die oeffentlichen Toiletten hier einfach Loecher im Boden sind, die ich von frueher noch von Autobahnraststaetten in Frankreich kannte. Diese sind nun wirklich sehr spartanisch, wenn auch vermutlich hygienischer als Schuesseln, und- ohne Toilettenpapier. Das Toilettenpapier wird auch benoetigt, weil die Guesthouses hier zwar inzwischen fast alle normale Toilettenschuesseln haben, die Notwendigkeit von Toilettenpapier aber wohl nach wie vor nicht als Selbstverstaendlichkeit angesehen wird. Meistens ist neben der Toilette noch der kleine Schlauch mit Duschkopf dran installiert....
An eine Decke hatte ich aufgrund der hohen Temperaturen hier nicht gedacht. Ich konnte ja nicht ahnen, dass das junge Paerchen, die in der Sitzreihe auf der anderen Seite des Ganges schliefen die gesamte Fahrt ueber das Fenster weit offen liessen und es tatsaechlich kalt wurde. So stellten sich gleich mehrere Probleme- es war kalt, es war laut, es war eng, und vor allem waren die Stossdaempfer dieses Busses irgendwie nur noch maessig in Takt- das heisst sie federten, aber sie daempften nicht. Bei jeder Bodenwelle machte erst mein Hueftknochen einen kleinen Huepfer und dann meine Schulter. Bis mir ein freundlicher Mitreisender dann eine im Flugzeug geklaute Decke ueberliess, war an schlafen nicht zu denken. (Danke, P.!) So konnte ich dann auf der Fahrt, die auch zwei kleine Toilettenstops beinhaltete wenigstens zum Schluss etwas schlafen und war dementsprechend voellig geraedert, als der Bus irgendwann fruehmorgens in Hospet hielt. Ich war sehr froh, einer Gruppe anzugehoeren, da ich so verschlafen war, dass ich voellig verwirrt und orientierungslos einfach nur der Meute folgte und von dem kurzen Aufenthalt in Hospet wirklich ueberhaupt nichts mitbekam. Wir schlugen dann saemtliche Rikshaangebote aus und fuhren mit dem oeffentlichen Bus nach Hampi. Auf der Fahrt habe ich eine interessante Landschaft bewundern koennen, da es langsam hell wurde. Es ist dort sehr gruen, Bananenplantagen und Reisfelder dominieren das Bild.
In Hampi landeten wir dann auf dem ‚Basar‘, am Virupaksha- Tempel, der Dreh-und Angelpunkt fuer fast alle Aktivitaeten in Hampi istund vor dem ein hoelzerner Tempelwagen steht.
Dort entstiegen wir dem Bus und setzten ueber den Tungabhadrafluss ueber.
(Warten aufs Boot bzw. auf Futter)
(Der Fluss und die merkwuerdigen Felsen)
Wir hatten einige Hampierfahrene dabei und so sind wir zielstrebig auf der anderen Flussseite in der „Goan Corner“ gelandet. Der Aufenthalt dort war wirklich toll- es gab super Essen, einen freilaufenden Truthahn, sowie diverse Hunde inklusive einer Dogge, und Huetten fuer 2 Personen, die mit Dusche und echtem WC fuer 300 Rupien pro Nacht zu Buche schlugen. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck mit Kaffee (juhu), und der Huettenverteilung fiel es den meisten von uns schwer die Haengematten vor den Huetten zu verlassen und sich Hampi zu widmen. Hampi liegt nicht, wie Bangalore, auf dem Hochplateau und daher ist es dort noch heisser. Wir hatten so um die 38 Grad, und ganz ehrlich- ohne Wind ist das praktisch unertraeglich. Und der Sommer hat hier erst begonnen...
